Montag, 6. Juli 2009

Hilfe vom deutschen Konsulat in Kapstadt

Thabo ist ein Stück vorangekommen.

Das Projekt wurde zwischenzeitlich am 18.06.2009 unter dem Namen "EKASI LIFE PROJECTS AND EVENTS" als Close Corporation in Kapstadt registriert (Register-Nr.: 2009/118866/23).

Vor ein paar Tagen erhielten wir eine E-Mail von Herrn Schoppa des deutschen Generalkonsulats in Kapstadt mit der Anmerkung das Projekt zu unterstützen.
Geplant sind:
  • Herrichtung/Erneuerung eines Trauma-Raums in der Polizeistation Nyanga East, in dem 12 Freiwillige über Ekasi Life unter Anleitung eines Coordinators von der örtlichen Polizei Vergewaltungs- und Misshandlungsopfer betreuen sollen;
  • Fußballausstattung für Mannschaften in den Altersgruppen U9, U11 und U15 zwecks Nutzung während Liga-Turnieren innerhalb Nyanga East (sowie später auch unter Einbeziehung weiterer Township-Mannschaften).
Über die angebotene Hilfe freuen sich Thabo und seine Jungs sehr. Wir hoffen, dass es auf dieser Seite gut vorangeht.

Freitag, 8. Mai 2009

Worum geht es eigentlich?

Dusty streets of Nyanga ist eine Reportage, die im drittgrößten Township Kapstadts die Geschichte von Thabo und seinen sechs Freunden erzählt. Gemeinsam feiern sie eine Freundschaft von mehr als 16 Jahren und lassen dafür alte Erinnerungen aufleben. Erinnerungen mit viel Gewalt, Drogen, Krankheit, Trauer – aber auch Freude, Musik, Zuversicht und Hoffnung.

Hoffnung auf eine bessere Zukunft am Rande der Armut. Dafür haben die Jungs die Organisation „Ekasi Life Project“ („Township Leben“) gegründet, mit der sie vor allem die ganz Kleinen von der Straße holen wollen – um sie vor den eigenen Fehler zu bewahren, um ihnen zu zeigen, dass Gleichgültigkeit keine Lösung ist und sie gemeinsam etwas erreichen können. Mithilfe von Lehrern, Sozialarbeitern, Eltern und Ärzten wird ein Teil des langen Weges dokumentiert, den sie auf den staubigen Straßen von Nyanga gehen müssen, um für eine Veränderung zu kämpfen.

Mehr hier: http://fh-kiel.de/index.php?id=5909

Donnerstag, 7. Mai 2009

Auf den staubigen Straßen von Nyanga

Liebe Leute, wir brauchen eure Hilfe!

Während meines Praktikums in Kapstadt bin ich durch Zufall an den Professor der örtlichen Media School geraten, der mir den Kontakt zu Thabo Matshane (24) aus Nyanga East vermittelt hat. Thabo erklärte mir in späteren Treffen, dass er Leute sucht, die ihm bei einer Dokumentation über ihn und seine Freunde in seinem Township (Armutsviertel) helfen.

Die Jungs, in denen es in der Dokumentation geht, sind (fast) alle arbeitslos, leben alle in einfachsten Häusern zusammen mit ihren Familien und müssen mit umgerechnet rund 25 Euro im Monat klar kommen. Auch wenn sie beinahe an der Armutgrenze leben, haben sie ihren Lebensmut und ihre Zuversicht nicht verloren. So haben sie das „Ekasi Life Project“ gegründet, das so viel wie „Township Lebensprojekt“ heißt. Mit dieser Organisation möchten sie allen jungen Leuten in ihrer Community eine Perspektive geben und sie vor den Fehler bewahren, die sie in jungen Jahren gemacht haben (Drogen- und Alkoholmissbrauch, Überfälle etc.). Sie möchten z.B. Fußballtuniere, Mal- und Zeichenkurse, ein Internetcafé, eine Aufräumaktion, eine Touristentour durch Nyanga und vieles mehr organisieren. Dafür fehlt ihnen jegliches Material und Geld.

Um bei örtlichen Einrichtungen nach Sach- und Geldspenden anfragen zu können, möchten sie „was in der Hand haben“ und so ist unsere Zusammenarbeit zustande gekommen. Die Dokumentation zeigt das typische Leben zwischen Blechhütten, Müllecken, Schafsköpfen, die direkt am Straßenrand in Tonnen gekocht werden und wie sich die Jungs in den letzten Jahren zum Besseren verändert haben.


Als wir das erste Mal nach Nyanga reinfahren ist uns mulmig. Wir sind die einzigen Weißen weit und breit, das Auto ist nicht gerade das zuverlässigste und wir hoffen, dass es nicht absäuft. Die wenigen Ampeln werden von den Einheimischen eher ignoriert, jeder fährt kreuz und quer und wir sind froh als wir zunächst unversehrt vor dem Haus vor Thabo Halt machen. Umgeben von einem hohen Zementzaun sind wir doch eher überrascht wie akkurat und nett das kleine Häuschen der Familie Matshane aussieht. Townships haben wir vorher eher nur mit kleinen Blechhäusern assoziiert, wie sie zwar in Nyanga noch immer zu finden, allerdings größtenteils von Backsteinhäuschen abgelöst worden sind. 25 Jahre hat das von der Planung bis zu Umsetzung der neuen „Wohnanlagen“ gebraucht. Für Südafrika keine Seltenheit, für Armutsgebiete wie Nyanga völlig normal.

Herzlich werden wir im Hause Matshane empfangen, Thabo lebt dort mit seiner Mutter und Großmutter, die uns mit neugierigen Blicken mustern. Als wir zur ersten Besichtigung der Umgebung losgehen, werden Freunde Thabos rangepfiffen, plötzlich sind wir eine Gruppe von 10 und mehr. „Alles zu euer Sicherheit“, sagt Thabo lachend und irgendwie werden wir das beklemmende Gefühl nicht los, er könnte Recht haben. Eine Stunde später haben wir alles Wichtige in „White City“ gesehen und es gab keine überraschenden Zwischenfälle. Uns geht’s gut, das Auto steht noch.

Stunden vor Dunkelheitseinbruch sitzen wir wieder im Auto und fahren erleichtert auf die Autobahn Richtung Kapstadt. Wir fühlen uns dreckig, haben Sonnenbrand auf der Nase und ich persönlich habe ein schlechtes Gewissen, weil ich mich jedes Mal freue, wenn ich wieder sicher zu Hause ankomme.

Wir haben die Jungs aus White City ins Herz geschlossen, aber es sind die vielen anderen Schwarzen, die kein Geld, keine Perspektive, kein Gewissen haben – ihnen ist alles egal und wir wären gefundenes Fressen, mit unserem Equipment, von dem wir allerdings immer nur das Notwendigste mitnehmen. Von Tag zu Tag verringert sich unsere Hemmschwelle, wir bewegen uns unbefangener auf den kleinen Straßen, aber wir müssen immer ein wachsames Auge haben. Mit dem Vertrauen ist das so eine Sache, aber wenn „unsere Jungs“ dabei sind, fühlen wir uns schon fast sicher. Und genau diese Jungs sind es, die uns tagtäglich beweisen, dass es für eine Veränderung nicht zu spät ist, die mit Nichts zufrieden sein können, die sich gegenseitig stützen, respektieren und mit mutigen Schritten was verändern wollen. Wir sind sicher, dass sie das schaffen. Unsere Unterstützung haben sie und sie sind unser Vorbild, wenn wir in schwachen Momenten über Dinge jammern, die es nicht wert sind. Wir möchten ihnen was zurückgeben und weil wir es nicht besser wissen, werden das vorerst kleine Dinge wie eine kalte Cola oder ein Fußball oder etwas Geld sein. Ob wir damit was ändern, können wir noch nicht sagen, aber wenn alle helfen, können wir ihnen den Rücken stärken, um sie in eine Zukunft zu entlassen, die ihnen das Wichtigste überhaupt bietet: Perspektive.

Bitte helft alle mit und spendet ein paar Euro, mit denen Thabo und seine Jungs Computer, Schreibtische, Arbeitsbekleidung, Gummistiefel, Fußbälle, Mal-, Zeichen- und Bastelutensilien, Papier, Pinsel, bedruckte T-Shirts uvm. kaufen können.

Da wir momentan noch kein Spendenkonto einrichten konnten, muss unser privates Konto herhalten. Wir versichern euch, dass jeder Cent ankommt. Eine Erwähnung im Abspann ist natürlich ein Muss :)

(Kontodaten werden hier im Blog nicht veröffentlicht, sondern können separat in einer Email angefragt werden bzw. wurden bereits per Email verschickt)

Wir bedanken uns für jede Unterstützung und halten euch gerne auf dem Laufenden. Für Fragen meldet euch unter: sami.elkhaschab@o2online.de oder info@multiformes.de.

Aktuelle Infos erhaltet ihr auch in der StudiVZ-Gruppe unter: http://www.studivz.net/Groups/Overview/69c36c174dc4b0fe